15.11.2011

Ich machte mir etwas Sorgen,da ich gestern Abend und auch nachts 2 mal ein wenig sehr zähen Ausfluß hatte,und fuhr vorsichtshalber zu meiner Frauenärztin.

Es wurde ein CTG geschrieben,das unauffällig war,und beim US stellte sie fest,das der Gebärmutterhals auf 2 cm verkürzt war,und sich ein Trichter gebildet hatte.

Sie sagte,das ich ins KH müsse,und mit einem längeren Aufenthalt rechnen soll.

Sie machte keinen allzu besorgten Eindruck,und so hatte ich mehr Angst davor,die nächsten Wochen oder gar Monate im KH zu verbringen,als davor,das meinem Kleinen was passieren könnte.

Trotz strenger Bettruhe hatte sich der GBMH am Abend auf 1,4cm verkürzt,und nun bekam ich es doch mit der Angst zu tun.

Die Ärzte waren sich unschlüssig,was zu tun sei,und wollten sich erst am nächsten Tag mit dem Arzt einer anderen Klinik beraten.

Seeehr ermutigend!

Ivo kam am Abend noch vorbei,um mir ein bischen Wäsche zu bringen,und das Auto abzuholen.

Er war zuversichtlich,und meinte::Die Ärzte wissen schon,was sie tun,bei Richard ist doch auch alles gut gegangen!"

Ich schlief in dieser Nacht nicht gut.

 

16.11.2011

Ich aß heute kein Frühstück,denn ich sollte mich ja auf eine eventuelle Cerclage-OP einstellen,aber im Laufe des Vormittags wurde mir dann mitgeteilt,das ich nur ein Cerklage-Pessar eingesetzt bekomme.

Am späten Nachmittag wurde ich dann von einer Ärztin abgeholt.

Im Untersuchungszimmer wartete schon der Stationsarzt.

Er erklärte dann der jungen Ärztin,wie das Pessar eingesetzt werden müsse,denn diese hatte das noch nie gemacht.

Da wurde mir schon ein wenig mulmig bei.

Während des Einführens sagte die Ärztin dann "Oh,jetzt hat es sich umgedreht!"

Da antwortete der Stationsarzt:"Na ja,man sagt zwar,andersrum hätte es eine bessere Wirkung,aber so geht es auch"

Ich dachte nur:"Hallo,wie bitte?"

Ich kann heute immer noch nicht begreifen,dass ich das einfach alles mit mir habe machen lassen,ohne aufzumucken.

Es wurde auch nicht noch einmal per US nachgesehen,ob der Gebärmutterhals sich weiter verkürzt hatte!

Leider habe ich mich während meiner kurzen Schwangerschaft fast ausschließlich mit Friedrichs möglicher Behinderung beschäftigt.

Über die Behandlungsmethoden der Zervixinsuffiziens wusste ich da noch nicht allzu viel.

Also musste ich darauf vertrauen,dass die Ärzte das Richtige tun....

Dank des Besuches meiner Mutter und meiner Schwester,die mir ihren Laptop mitgebracht hatte,verging dieser Tag recht schnell,und ich schlief auch einigermaßen gut.

17.11.2011

Der Vormittag verlief eigentlich recht gut,mein Mann und mein Sohn kamen zu Besuch,später auch noch meine Schwester Anke.

Am frühen Nachmittag bekam ich ein leichtes Druckgefühl im Unterleib,und hatte Probleme beim Wasserlassen.

Als ich dann auch noch ein leichtes Ziehen über dem Schambein bekam,klingelte ich.

Der Doktor schaute nur ein paar Sekunden mit dem Schallkopf,und sagte,wegen dem Pessar könne man nicht viel erkennen,und es könne sein dass das Pessar ein wenig gegen die Harnröhre drückt.

Ich sollte noch Urin abgeben,dann war ich entlassen.

Innerhalb der nächsten 2 Stunde wurden die Schmerzen stärker.Allerdings hatte ich auch schmerzfreie Intervalle,und da dämmerte es mir,dass das nur Wehen sein können...!

Ich klingelte wieder,und erklärte der Schwester mein Problem.

Sie sagte dann,:"Aber Sie wurden vorhin doch schon untersucht,und es wurde nichts festgestell,aber na ja,ich sag dem Doktor dann Bescheid"

Eine halbe Stunde lang tat sich nichts,und vor Schmerzen und Angst fing ich an zu Weinen.

Ich klingelte erneut,aber es  dauerte eine Weile,bis endlich jemand kam.

Meine Zimmergenossinnen regten sich schon auf,dass mir keiner zu Hilfe kam.

Endlich wurde ich in den Untersuchungsraum gebracht,

Die Ärztin schaute nur kurz auf den Muttermund und sagte dann:"Er ist vollständig eröffnet,wir müssen das Pessar entfernen,und dann können wir nichts mehr tun,um die Geburt aufzuhalten."

Verzweiflung pur!

Ich kann mich auch gar nicht mehr an  nachfolgenden Minuten erinnern,erst ab der Zeit im Kreißsaal weiß ich wieder alles.