25.8.2001 25+1 SSW

Morgens um 10.00 Uhr war Visite,und ich wurde kurz untersucht.

Der Muttermund war nun vollständig eröffnet,und es wurde beschlossen,mich in ein KH mit Frühchenstation zu verlegen.

Eigentlich sollte ich mit dem Hubschrauber transportiert werden,aber es war zu neblig,und so folgte eine einstündige Blaulicht-Höllenfahrt 100km nach Greifswald durch den Urlauberverkehr auf Rügen.

Ein Arzt begleitete mich,und hielt die ganze Zeit meine Beine fest zusammen.

Dr.E. fuhr wieder zurück,und ich fühlte mich wie ein verlassenes Kind.

Es wurden wieder ein paar Untersuchungen gemacht,dem Kleinen ging es weiterhin gut.

Ich hatte schon ziemlich schlimme Bauchschmerzen,und wurde im kreißsaal an den Wehenschreiber angeschlossen,der allerdings kaum etwas anzeigte.

Allerdings bin ich nicht gerade die Schlankeste,aber Ärztin und Hebamme meinten,das können unmöglich Wehen sein!

Inzwischen hatte ich meinen Mann informiert,und meine Schwester Anne und er trafen, Gott sei Dank ,bald ein.

Inzwischen war es schon Nachmittag.

Ein sehr netter Arzt von der Frühchenstation traf ein,und er erklärte uns,was man mit dem Kleinen machen würde,wenn er jetzt zur Welt käme.

Er war sehr ehrlich,und gab seine Chancen mit 50% auf ein gesundes Überleben an.

Meine Schmerzen wurden immer stärker,und trafen nun alle paar Minuten wellenartig auf.

Der Frühchenarzt ging wieder,und die Ärztin kam,um mich erneut zu untersuchen.

Wieder sagte sie,auf den Wehenschreiber deutend,das dort kaum Aktivität wäre,und ich unmöglich so starke Wehenschmerzen haben könnte,sondern wohl eher Darmkrämpfe aufgrund meiner Verstopfung.

Sie räumte mich dann noch aus,und meinte,jetzt müsse es aber besser werden.

Dann ging sie,um Abendbrot zu essen.

Ich wand mich inzwischen vor Schmerzen,die jetzt fast ohne Pause auftraten,und dachte,bei solch starken "Darmkrämpfen"müsste ich mindestens einen Darmverschluss haben.

Als ich endlich zu weinen und zu schreien anfing,erbarmte sich die Hebamme,und rief die Ärztin an und meinte,das es vielleicht doch Wehen wären.

Für die Untersuchung schickte sie meinen Mann und meine Schwester raus.

Anne sagte mir später,das die Ärztin,den letzten Happs herunterschluckte,und die Augen verdrehte,bevor sie den Kreißsaal betrat.

Im nächsten Moment platzte die Fruchtblase,und kurze Zeit später kam Richard zur Welt.

Nun herrschte natürlich Panik,denn eigentlich sollte das Neonatologenteam natürlich bei der Geburt anwesend sein.

Die Frühchenstation war aber ein paar Straßen weiter,und so dauerte es ein paar Minuten,bevor sie eintrafen.

Zum Glück war der Kleine fit,und atmete und schrie aus eigener Kraft.

Ich bekam ihn auf die Brust gelegt,und mit seiner winzigen Hand umklammerte er meinen kleinen Finger,und er blinzelte ein paar Mal mit den Augen.

Für ein paar Augenblicke war ich einfach nur glücklich,und schwebte auf Wolke sieben,was um mich herum geschah,hatte ich völlig ausgeblendet.

Dann traf das Neonatologenteam ein,und sie nahmen Richard mit,um ihn zu versorgen.

Mein Mann und meine Schwester kamen auch wieder,in der plötzlichen Eile,hatte keiner daran gedacht,sie zur Geburt wieder hereinzurufen.

Sie hatten bei Richards Versorgung zugesehen.

Richard wurde um 19.10 Uhr geboren,und Ivo und Anne blieben bis um 22.00 Uhr noch bei mir.